Geschrieben von Steven in der Rubrik „Stevens Tagebuch”
Ich sehe Zeichen in alles und jedem, und auch jetzt, 16 Tage nach dem Tag NULL habe ich noch gelegentlich schlimme Stunden, da ich es einfach noch nicht wahr haben kann. Vorgestern hatte ich einen Heulkrampf als ich in meinem Tiefkühlfach ein Stück eingefrorenen Kuchenteig gefunden habe den ich zusammen mit Flo gemacht habe als er vor 5 Wochen das Letzte mal bei mir in Duisburg war. Wie gut dass meine Mitbewohnerin nicht da war, denn wie blöd hätte es ausgesehen wie ich dort vor dem in Alufolie eingewickelten Teigklumpen vor mich hingeschluchzt habe.
Selbst der IKEA Katalog ist gegen mich. Auf Seite 369 des aktuellen IKEA Katalogs steht im Fillialvergleich Dresden und Duisburg direkt nebeneinander. Ist ja auch logisch. Alphabetisch gesehen. Selbst die Bahn schreckt nicht davor zurück in ihren Selbstbedienungsautomaten Dresden und Duisburg als Fahrtziel nebeneinander anzugeben. Auch hier greift wieder die alphabetische Logik. Was aber der aktuelle HLX Newsletter mit mir veranstalten will geht auf keine Kuh-haut. Das ist an „Bösartigkeit“ schon kaum mehr zu überbieten. „Wir verleihen ihrer Liebe Flügel“ prangert das gelbe Logo meine Liebesmisere an. „Flüge in die romantischsten Städte Europas zum Taxipreis. Und weil die grauen Tage optimal für kuschelige Stunden sind, haben wir diese Woche tolle Romantik-Tipps für Sie parat.“ Ich könnte kotzen. Was habe ich nur verbrochen damit die Welt so herzlos mit mir umspringt? Ehrlich gesagt geht es mir seit 2 Tagen besser.
Überall sehe ich ihn. Alles erinnert mich an ihn. Orte an denen ich mit ihm war erscheinen mir mit einmal trostlos. Ich habe mich mehr als 2 Wochen in meiner Wohnung verkrochen, hatte kaum Kontakt mit Freunden und wollte für mich trauern. Intensiv trauern. Mit allem was dazu gehört. Viele haben sich Sorgen gemacht. Aber ich konnte einfach nicht anders. Die einzigen „echten“ Menschen die ich in dieser Zeit gesprochen und gesehen habe war die Verkäuferin an der Kasse im Supermarkt. Ich begebe mich seit vergangenen Donnerstag zum Glück wieder unter Leute. Immerhin. Ich war auf der Bang in Oberhausen, war bei Freunden in Bochum und mit einer Kommilitonin zweimal im Kino. (Das Parfüm/ Die Frau aus dem Wasser)
Ich werde in den letzten Tag oftmals gefragt ob ich nochmals eine Fernbeziehung eingehen würde. Die Antwort ist „JEIN“.
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bisherige Kommentare:
Ben schrieb am Dienstag, dem 19. 9. 2006:
Noch mysteriöser hätte ich es gefunden, wenn HLX Dresden und Duisburg als die romantischsten Städte Europas betitelt hätte ;)
Und überhaupt (hier singt der Kenner): Liebeskummer lohnt sich nicht, my darling…
Steven schrieb am Mittwoch, dem 20. 9. 2006:
Duisburg und Dresden sind auch keine direkten Flugziele von HLX. Aber ich bin immer mit HLX zu ihm geflogen. Aber Dresden ist wunderschön. Ganz ehrlich. Sehr alt, sehr romantisch. Also das komplette Gegenteil von Duisburg. ;-)
Kleiner Nachtrag: Ich habe gestern Post von ihm bekommen. Allerdings nur ein Postpaket mit einem Rucksack und einem Buch, dass ich ihm mal geliehen habe. Persönliche Nachricht? Fehlanzeige.
:-/
Volker schrieb am Mittwoch, dem 20. 9. 2006:
Das finde ich ist schade, wenn er es noch nicht mal mehr für nötig befindet ein paar Zeilen an Dich zu richten.
Du Tust mir echt leid!
Krizzz schrieb am Mittwoch, dem 27. 9. 2006:
Hi Jungs!
Also bitte… was hätte er (der Schluß-Macher) denn schreiben sollen, was nicht total blöd geklungen hätte?
——————–
Wir können Freunde bleiben?
Wie geht es Dir?
Ich hoffe es geht Dir gut!
Mir geht es gut! Dir auch?
Wie fühlst Du Dich?
Glaub mir, mir geht es auch schlecht!
Wenn Du reden willst, ruf an!
Ich vermisse Dich auch, aber eben anders!
Die Zeit mit Dir war schön!
Ich bereue nichts!
——————–
Manchmal ist es besser nix zu sagen, weil man dann auch nix kaputt machen kann! Mal abgesehen davon, daß egal was er geschrieben hätte… Du hättest es interpretieren wollen! Ist wohl besser so… auch wenn es auf den ersten Blick gemein erscheint!
Und der Vorteil, daß es eine Fernbeziehung war liegt ja wohl klar auf der Hand:
-Du siehst ihn nicht beim Weggehen/Einkaufen!
-Der gemeinsame Freundeskreis fällt bestimmt relativ klein!
Ciao,
Chris
Steven schrieb am Mittwoch, dem 27. 9. 2006:
Ja, ich gebe Dir Recht: Was hätte er schreiben können was mich nicht komplett runter gezogen hätte? Es geht hier auch um keine Schuldzuweisung, noch darum ob überhaupt jemand “Schuld” daran hat. In dem Moment war ich nur absolut enttäuscht davon nichts von ihm gehört zu haben und die Sachen einfach nur so zugeschickt zu bekommen. Ein paar persönliche Zeilen hätten da sicherlich auch nicht geschadet.
Flo ist jetzt erstmal im Urlaub, und das ist auch gut so, denn so kann ich Schritt für Schritt immer mehr Abstand zu ihm bekommen. Es geht mir jeden Tag ein kleines Stückchen besser, auch wenn es Tage gibt an denen ich sehr frustriert bin und einen zentnerschweren Stein auf dem Herzen verspüre. Das gehört wohl dazu, und irgendwann kann ich vermutlich darüber lachen.
Steven
Krizzz schrieb am Mittwoch, dem 27. 9. 2006:
Hi Jungs!
Tja… ich hab vor ca. 10 Monaten mit meinem Freund (mit dem ich für 6 Jahre zusammen war) Schluß gemacht! Also ICH hab Schluß gemacht und war somit “der Böse”! Und trotdzem fühlt es sich an, als hätte man MICH verlassen! Denn egal wer Schluß macht oder “der Böse” ist… verlieren tun beide!
Und ich will Dir ja nicht die Hoffnung nehmen, aber selbst nach diesem knappen Jahr, geht es mir noch nahe, wenn ich ihn beim Weggehen sehe oder mir vorstelle wie er mit seinem neuen Freund zusammen ist! Nagut… nahe gehen ist nicht der richtige Ausdruck… eher… es besteht immer noch ein großes Interesse, was in seinem Leben so vorgeht! Und das obwohl ich nicht mehr Teil seines Lebens sein wollte! Mysteriös! Aber so ist sie wohl… die Liebe!
Ciao,
Chris
Jemand der sich aufgab schrieb am Freitag, dem 29. 9. 2006:
“Dass Liebe, von Natur aus blind, uns dahin trifft, wo wir verletzbar sind…”
Shakespeare
Franky schrieb am Freitag, dem 29. 9. 2006:
Ich kann mich noch gut erinnern wie ätzend es war, wenn ausgerechnet - die Stadt mit der verlorenen großen Liebe - als belanglose Meldung (”….5 Kilometer Stau am Kreuz soundso….”) durchs Radio gejagt wurde oder wieder einmal in der Tagesschau ein ausführlicher Bericht von “dort” in die Welt ging. Ja, und dann war es wieder da: Der Kloß im Hals, der Stich ins Herz, der Faustschlag in den Magen. Gerade hatte ich mich einigermaßen wieder unter Kontrolle und “zackbumm” wieder zurück auf Los. Es hat Wochen gedauert. Als ich dann ohne flaues Gefühl wieder gemeinsame Fotos anschauen konnte, wußte ich, daß ich damit durch war.
Wir haben uns dann irgendwann ´mal getroffen. Auf dem Weg nach Hause habe ich gedacht: “Das soll vor nicht einmal 16 Monaten mein Traummann gewesen sein, mit dem ich Haus, Herd und Leben teilen wollte?” Es waren absolut keine Gefühle mehr da…nichts mehr…, nicht ´mal für eine lockere Bekanntschaft. Im stillen habe ich gedacht - “Der Kelch ist an Dir vorüber gegangen, Gott sei Dank” - und ich war mir sicher, daß ich um keinen Typen der Welt jemals wieder so trauern werde. Das war natürlich ein Irrtum. Dagegen war diese Geschichte wirklich eine “Lachnummer”.
Es ist und bleibt wohl so, daß der nüchterne Verstand und die Liebe genauso Gegensätzlich sind, wie Feuer und Wasser. Das gehört wohl einfach zum Leben dazu.
Franky