Geschrieben von Steven in der Rubrik „Stevens Tagebuch”
Flo ist der Mann mit dem ich mir vorstellen kann mein ganzes Leben lang zusammen zu sein. Flo ist der Mann den ich heiraten möchte. Flo ist mein Seelenpartner. Zumindest dachte ich das. Denn Flo hat heute mit mir Schluss gemacht.
Ich habe gerade einige Anrufe getätigt, habe Freunde davon in Kenntnis gesetzt was Sache ist und irre momentan ziellos durch die Wohnung nur um mich selber dabei zu erwischen unsinnige Dinge zu tun. Psychologen würden das als Übersprungshandlung bezeichnen. Ich nenne es „Noch- nicht- wahr- haben- wollen“. Oder „Nicht-begreifen-können“. Ich bin momentan nicht mal traurig. Ich habe ja nichts verloren, denn ich fühle nichts. Meine Hand tut weh. Sie blutet leicht. Ich habe wohl gegen die Wand gehauen. Aber ich spüre nichts. Mein rechter Fuß tut weg. Ich habe wohl gegen das Bett getreten. Aber ich spüre nichts.
Ich spüre nichts.
Fast 13 Monate wurden mit einem einzigen kurzen Anruf sinnlos gemacht. Er wollte nicht am Telefon Schluss machen, aber ich habe gemerkt dass etwas nicht stimmt und habe deshalb nicht locker gelassen, bis es dann zu diesem Anruf kam. Er kommt dennoch morgen aus Dresden zu mir. Und ich hoffe. Und das obwohl es laut seiner Aussage keine Hoffnung mehr gibt.
Ich spüre nichts.
Verwandte Artikel:
bisherige Kommentare:
Volker schrieb am Sonntag, dem 3. 9. 2006:
So ähnlich ging es mir auch bei meier letzten Trennung.
Ist leider zeimlich heftig!
Christian Beier schrieb am Mittwoch, dem 6. 9. 2006:
Wieso kommt mir das nur so bekannt vor? Ich war vor einiger Zeit in genau der selben Situation und wusste auch nicht was ich tun sollte. So richtig begriffen habe ich die Situation damals auch nicht.
Viele Leute haben damals zu mir gesagt “Kopf hoch”. Ich habe es nicht geglaubt, da es für mich einfach ein Weltuntergang war. Aber es stimmt. Also, Kopf hoch. :-)
Jochen schrieb am Samstag, dem 9. 9. 2006:
“Ich habe ja nichts verloren, denn ich fühle nichts.”
Ich verstehe diesen Satz nicht. Hast Du nicht vielmehr alles verloren? Zumindest den Menschen der Dir am Wichtigsten war?!
Wobei, was hat der Besuch ergeben?
Steven schrieb am Samstag, dem 9. 9. 2006:
Ich habe ja nichts verloren war eigentlich mehr so gedacht wie: “Ich kann es noch nicht wahr haben. Ich WILL es noch nicht wahr haben.” Vielleicht auch: “Ich kann es noch nicht wahr haben.”
Unser Gespräch am Sonntag verlief relativ kurz. Und das obwohl er knapp 700 km gefahren ist. Aber auf “Ich liebe Dich einfach nicht mehr so stark (…damit es für eine Fernbeziehung reicht)” gibt es einfach gegen Gegenargumente. Gefühle eben. Wir haben jetzt erstmal ausgemacht 4 Wochen keinerlei Kontakt zu haben. Und ich werde hier wahnsinnig. :(
Steven
Jochen schrieb am Montag, dem 11. 9. 2006:
Wenn Du ihn aus dem Kopf kriegen willst, ist ein harter Schnitt schon das Beste. Wenn Ihr so weit auseinander wohnt, wird Euch das nicht schwerfallen.
Peter schrieb am Freitag, dem 13. 10. 2006:
Liebe ist das einzigste Märchen, das mit “Es war einmal,….” endet.
Nach meiner Trennung und dann drei Jahre Funkstille (obwohl wir in der gleichen Gegend wohnen), hat sich nun ein sehr gutes freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Es brauchte die lange Zeit, damit jeder seinen eigenen, neuen Weg findet.
Also Kopf hoch und Blick nach vorn :-)