Geschrieben von Alex in der Rubrik „Tagebuch von Alex”
Da sitz ich also auf dem Boden meiner neuen Wohnung und genieße die ersten Stunden mit meinem neuen alten Internetzugang. Draußen ist es ruhig. So ruhig, dass ich die Kartenspielenden Männer gröhlen höre. Früher hörte ich nur die Autos die Bundesstraße Richtung Bonn fahren. Es ist ruhig. So ruhig, dass ich zum Einen vergesse in einer Großstadt zu leben und zum Anderen, dass es fast zu laut ist. Ich muss Fernseher und Musik anmachen, um diese laute Stille nicht zu hören.
Stille bedeutet für mich keine Entspannung. Es ist Stress. Es macht mich mürrisch. Die Stille im Kopf fürchte ich aber nicht. Es gibt sie nicht. Vor allem in letzter Zeit schwirrt eine Menge darin herum. Es hat meist mit Arbeit zu tun. Arbeit für die ich bezahlt werde und Arbeit, die ich mache um zu überleben oder damit andere überleben. Die ersten Monate nach meinem Studium waren spannend und grauenvoll zugleich. Solch einen Arschtritt wünscht man sich nie.
Es gab keinen sanften Übergang, sondern die ganze Härte mit dem Verfall meines Studienausweises. Und jedes Mal, wenn ich in der Mensa mit Henning esse, dann vergesse ich das ich kein Student mehr bin. Ich sehe irgendwie aus wie sie, ich kann alles verstehen was sie sagen und hab die gleichen Probleme… oder auch nicht.
Aber ich bin zufrieden.
Nur nicht glücklich.
Man kann für die eigene Zufriedenheit viel tun. Fürs eigene Glück nicht. Denn in dem Wort Glück, steckt das Wort Glück. Mal passiert es und mal nicht. Nach langen Arbeitstagen wünsche ich mir dann doch Ruhe oder Ablenkung. Und bekomme nur einen leeren Raum. Einen schönen Raum wohlgemerkt, aber leer. Es sind nicht die Möbel, die mir fehlen, nicht die Freunde, sondern jemand, der mich in den Arm nimmt, der Hallo sagt, mir in die Augen schaut und weiß wie es mir geht.
Und dann schlaf ich auch schon ein und “warte” in meinen Träumen auf den nächsten Tag voller Ereignisse, die den Tag anderer Menschen verändern und meinen aussehen lassen wie immer. Spannend, einsam.
Ein Kommentar:
Sascha schrieb am Dienstag, dem 11. 7. 2006:
Klingt bekannt..
einziger Ausweg: Ändere etwas :)
Lebe mal wieder…
Der unterschied zwischen Student sein und Arbeiter ist meist das man vergisst wie man lebt.
Auch wenn man abends fertig ist, sollte man doch noch mit den Freunden auf die nächste Party gehen anstatt sich vor den Fernsehr zu klemmen..
Zumindest mir hat’s geholfen :)