Geschrieben von janek in der Rubrik „Weitblick”
Als dein ultimativer Servicedienstleister bietet dir SeiDu heute einen Ausflug in die englischsprachige Welt an. Da es auch dort Schwule gibt und da man sich auch dort in der Szene zurecht finden will, möchten wir dir ein paar interne Begriffe und Redewendungen mit auf den Weg geben, denn auch dort haben die schwulen und lesbischen Welten eine eigene Sprache hervorgebracht.
Dass schwul auf Englisch “gay” heißt, weiß mittlerweile jeder und der Begriff hat sich, genau wie im Deutschen, von einer negativen Färbung gelöst und wird heute ganz neutral verwendet. “Homosexual” ist ein formellerer Begriff, die Bedingungen in denen du ihn verwenden solltest sind mit dem Deutschen unmittelbar vergleichbar. Eine eher negative Färbung hat das Wort “fag” oder auch “faggot” (BE). Es bedeutet soviel wie “Schwuchtel” und ist eigentlich in jeder Situation negativ aufzufassen. Spätestens seit dem Film “Sommersturm” wissen wir in Deutschland auch, dass “queer”, wörtlich übersetzt etwa “verdreht, eigenartig”, ebenfalls für “schwul” verwendet wird. Im Gegensatz dazu steht “straight”, ein Wort welches dieselbe Entwicklung nahm und das absolute Gegenteil bedeutet, nämlich “geradlinig” und damit heute eben für “hetero”.
“Lesbisch” heißt im Englischen “lesbian”. Auch dagegen gibt es Anfeindungen und somit stark negative Wörter. “Dyke” oder auch “diesel dyke”(AE) bedeuten, ebenso wie “muff muncher”(BE) oder “carpet muncher”, in etwa “Kampflesbe”. Eine heterosexuelle Frau, die sich viel mit Schwulen umgibt, also im Deutschen eine “Schwulenmutti”, heißt im Englischen “fag hag”.
Eine “Tucke” oder “Tunte” nennt man im Englischen “queen”. Auch dieses Wort hat an Boshaftigkeit verloren und wird oft, gerade von Jugendlichen, verwendet, wenn sich (ein Schwuler), sehr zickig aufführt. “To bat (AE: play) for the other team” meint, “vom anderen Ufer” sein. Andere Begriffe für “Schwuchtel” sind: “poof”, “batty boy”, “pillow biter” oder auch “fudge packer”.
Die Begriffskreativität für Bisexualität hängt im Englischen etwas hinterher. “to be bi” ist die üblichste Formulierung, ansonsten existieren noch Wendungen wie “to swing both ways”, oder auch “to play for both teams”. Wenn jemand sein Coming out hat, sagt man, er kommt aus dem Schrank - “he comes out of the closet”. Jemand, der sich noch nicht zu seiner Orientierung bekennt ist “in the closet” - im Schrank.
Sei vorsichtig, wenn du diese Begriffe verwenden willst und meide solche Menschen, die sie dir an den Kopf schleudern. Ebenso solltest du dich nicht geschmeichelt fühlen, wenn dich jemand als “beefy” bezeichnet, da es “fleischig” heißt und dieser Mensch sicher nicht mit dir über den Welthunger diskutieren will. Eins noch zum Abschluss: Da du immer an Verhütung denken solltest sei dir gesagt, dass man ein Kondom in Amerika auch als “rubber” bezeichnet. In England bekommst du hiermit allerdings nur einen Radiergummi.