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Scheinwelten

Geschrieben von janek in der Rubrik „Janeks Tagebuch

Es gibt sehr viele Leute, die ich hasse. Leute die ich wirklich nicht ausstehen kann und froh bin, wenn ich sie weder sehe, noch höre. Wenn ich dann jedoch Kontakt mit ihnen habe, lasse ich mir oft nichts anmerken. Ein Freund aus Minsk sagte mal zu mir, er hat sehr sehr lange gebraucht sich an diese Sache zu gewöhnen. Man wisse in Deutschland nie, was das Gegenüber von einem hält. Sind wir falsch?

Es ist nicht bei allen Menschen die ich hasse so. Viele Menschen mag ich einfach nicht. Wenn ich sie dann auf der Straße treffe kommt es dennoch zu einem kurzen “Hallo, wie gehts?”. Ich möchte niemanden vor den Kopf stoßen, habe Probleme mit negativer Konfrontation. Auf der anderen Seite beende ich auch strikt den Kontakt zu Menschen, die ich wirklich nicht ausstehen kann. Wenn ich das aber tue (was eigentlich nur direkt und ehrlich ist), empfange ich immer wieder Missverständnis und Empörung. Man wisse in Deutschland nie, was das Gegenüber von einem hält. Eigentlich hat er Recht. Eigentlich ist das Schade.


Icon fürs Schreibdatum Mittwoch, 28. 6. 2006
 

bisherige Kommentare:

stefan schrieb am Mittwoch, dem 28. 6. 2006:

Ja, da gebe ich dir vollkommen Recht. Ich habe mal begonnen, ehrlich zu sein. Ich habe Leute merken lassen, wenn ich sie nicht mag. Ich versuche zu sagen, was mir nicht passt. Meine Erfahrungen damit sind mittelmäßig. Oft ist es in Unverständnis geendet, wenn ich Leute das habe spüren lassen. Einerseits von den Betroffenen selbst. Andererseits auch von anderen, die dann meinten “das kannst du doch nicht sagen”. Ich finde es ehrlich.

Micha schrieb am Donnerstag, dem 29. 6. 2006:

Ich finde dieses Phänomen “ich bin ja nur ehrlich, wenn du es nicht verkraftest, dein Pech” äußerst interessant. Da wird unter dem Mantel einer positiven Eigenschaft ein negativer Zug verborgen.

Natürlich ist es völlig in Ordnung, wenn man jemanden spüren läßt, dass er einem unsympathisch ist. Aber die Art und Weise macht den Unterschied.
Leider sehen viele Menschen ihre sogenannte “Ehrlichkeit” als Möglichkeit an, um ausfallend oder beleidigend zu werden: “Ich bin doch nur ehrlich! Wenn ich dich scheiße finde, dann sage ich das auch!” - Ganz toll. Es gibt freundlichere Wege und das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man falsch wäre. Im Gegenteil ist es ein Zeichen von Respekt einem anderen Menschen gegenüber. Wahre Größe zeigt sich darin, auch unliebsame Menschen zu grüßen. Man muß nicht stehen bleiben und einen Plausch halten. Aber ein Gruß sollte immer möglich sein.

Meiner Meinung nach steckt die Ehrlichkeit darin, freundlich sein zu können und trotzdem distanziert, wenn man jemanden nicht mag. Denn durch Distanz drückt man genug aus.
Sollte ein Mensch das nicht raffen, kann man immer noch deutlicher werden. Nur Beleidigungen kann man sich schenken. Solch eine inhaltliche Belastung hat die “Ehrlichkeit” nicht verdient.

Janek schrieb am Montag, dem 3. 7. 2006:

Beleidigungen halte ich auch für den falschen Weg,aber immer so zu tun als wäre man sich seiner Antipathie nicht sicher, halte ich für falsch.

Micha schrieb am Montag, dem 3. 7. 2006:

Na man sollte sich selbst schon im Klaren darüber sein, ob man jemanden leiden kann oder nicht. Und wenn nicht, dann kann man doch höflich ablehnend reagieren. Sollte eigentlich kein Problem.
Was mich eben nur stört, ist die Unfreundlichkeit vieler Menschen, die sie dann als “Ehrlichkeit” bezeichnen. Der Ehrlichkeit gegenüber ist das nicht fair. Sie hat besseres verdient. ;-)

micha schrieb am Montag, dem 3. 7. 2006:

sehr richtig, lieber namensvetter

Sascha schrieb am Dienstag, dem 11. 7. 2006:

Hmm.. nun Deutsche sind nicht wirklich falsch.. also ich denke mal nach dem ich nun seit 1,5 Jahren im Ausland weile (Italien) kann ich sagen das die Deutschen nicht ehrlich sind stimmt so nicht.
Das größte Problem die meisten haben keine Zeit und auch ehrlich gesagt verlernt wie man gefühle zeigt. Liegt aber auch viel mit der Lebensart und Kultur zusammen die man in Deutschland findet. Auch spielt die Kluft Großstadt und Dorf/Landstadt eine Rolle.
In den ländlichen Regionen sind die Menschen meist Relaxter in hinsicht auf Alltagsgeschäfte dh hier regiert der Stress nicht so sehr und man kann sich auch mal zwei minuten zeit nehmen. In der Großstadt hingegen (zumindest in FFM) regiert das liebe Geld das leben. Man hat fast ausschliesslich Stress und nun dementsprechend bewegen sich auch die meisten. Im vergleich hier (kleinstadt nähe Rom) ist der unterschied sehr marginal zwischen den beiden Lebensformen und zwar regiert hier generell das Geld aber man nimmt sich Zeit für die wesentlichen dinge. Sich Selbst.
Ich werde nie vergessen wie ich in der ersten Woche nach dem ich eine Abfuhr erhalten hatte (jobsuche) mit langen gesicht inner Bar gestanden habe und meinen espresso schlürfte. ein Opa der neben mir stand lächelte mich irgendwann an und meinte nehmen sie es nicht so schwer die sonne geht morgen auch so wieder auf. nun er hörte sich mein problem an und half mir einen job zu finden. Nun warum ich diese Anekdote schreibe ganz einfach dieses ist eine geschichte die in deutschland auf dem land evtl. passieren könnte in der großstadt hingegen nie.
Traurig aber wahr. und somit wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kommen der hass auf viele menschen kommt nur dadurch zustande das man meist nur ein sehr verzerrtes bild der person bekommt die einem gegenübersteht und letztlich selten jemand einem zeit gewährt in wirklich kennen zu lernen.
viele meiner heutigen freunde sind letztlich leute die ich im ersten moment nicht ausstehen konnte mir aber letztlich gezeigt und bewiesen haben das sie das nicht sind was man auf anhieb sieht.
Der Spruch man entscheidet sich in den ersten Sekunden für ok oder weg damit ist naja evtl. war aber man sollte dann jedem eine zweite chance geben. Meistens merkt man dann erst wirklich was für ein Mensch da vor einem steht.

Sorry ist etwas länger geworden.. :)

Sascha schrieb am Dienstag, dem 11. 7. 2006:

Omg wieviele Rechtschreibfehler..
Sorry fast zwei Jahre kein Deutsch schreiben scheint nicht wirklich gut zu sein :)

Alex schrieb am Mittwoch, dem 12. 7. 2006:

woher kommt hass eigentlich?
aus unwissenheit und als folge aus verletzter liebe. da man nicht so viele menschen geliebt haben kann, die man anscheinend hasst, muss es wohl eher an der unwissenheit liegen. unwissenheit über die person, die man hasst. aber warum hasst man jemanden, den man nicht mal wirklich kennt? um jetzt mal eine provokation folgen zu lassen:
warum wurden vor 2000 jahren christen verfolgt, vor 70 jahren juden und bis heute schwarze, anders denkende und schwule? weil keiner interesse daran hat, sich mit denen auseinander zu setzen oder mit einem aus der gruppe schlechte erfahrungen gemacht. und das ist die große folge, für die wir mit dem hass gegen einzelne die wurzel bilden…

PS: Ich beherrsche die Groß- und Kleinschreibung;)

holzkopf schrieb am Dienstag, dem 19. 12. 2006:

hass kommt von selbsthass. der hass wird einfach nach aussen projeziert. ein zufriedener mensch verspürt keinen hass. glaub ich.

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