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Areesha

Geschrieben von Steven in der Rubrik „Stevens Tagebuch

Sie ist heute von uns gegangen. Sie hatte einen schönen Tod. Einen Tod, den man sich wünscht. Einen Tod den man nicht spürt, sagte der Arzt. Aber wieso nur so früh? Und wieso ausgerechnet sie? Sie war so quicklebendig, hatte keinerlei Schmerzen, und war für meine Familie und mich eine Frohnatur wie es sie nie wieder geben wird. Nie wieder werde ich mit ihr kuscheln, nie wieder werde ich mir ihr spielen. Aus. Vorbei.

Ich kenne meinen Hund Areesha seitdem sie 6 Wochen alt ist, habe gesehen wie sie größer geworden ist und wie sie Ihre Kinder geboren hat, habe unzählige Stunden mit ihr in einem Bett geschlafen, eng an eng, meistens in meinen Kniekehlen oder ganz nah am Bauch.

Sie hat es geliebt wenn ich ihr die Innenseite der Ohren gekrault habe, und kannte die Stellen an der sie kitzelig war. Als Welpe, als sie sich noch nicht so wehren konnte habe ich immer ihren Bauch geküsst. Das hat sie gehasst, aber sie hat dabei immer so lustige Grimassen gemacht. Wenn man „Bauch küssen“ sagte, hat sie immer angefangen zu jaulen, weil sie wusste dass man sie wieder ärgern will. Ich glaube sie hat es dennoch gerne gehabt, fast so wie kleine Kinder die zwar vor dem Papa wegrennen, aber dennoch gefangen und durchgekitzelt werden wollen.

Areesha hatte riesige Ohren, was super witzig aussah in Relation zu ihrem winzigen Körper. Sie war der perfekte Hund. Für mich. Für meine Familie. Als wir entscheiden mussten ob sie leben oder eingeschläfert werden soll brach für mich eine Welt zusammen.. Ich kann das noch gar nicht so richtig glauben dass sie nicht mehr bei uns ist. Das ganze reißt so ein riesiges Loch in unsere Familie. Sie war immer da wenn man zu Hause war. Immer jemand der einen warmherzig und Schwanz wackelnd begrüßt hat wenn man nach Hause gekommen ist. Sie hat einen getröstet wenn man traurig war, und hat sich gerne angeboten wenn man kuschel bedürftig war.

Sie hatte eine faustgroße Ziste im Magen die mit der Aoarta verwachsen war und mit einem halben Liter Blut gefüllt war. Der Arzt sagte uns dass sie so noch 2 bis 3 Wochen leben würde, und dann innerlich verbluten würde. Der Rest ist Geschichte. Sie wird mir so in Erinnerung bleiben, wie sie war. Warmherzig, frech, intelligent, eigensinnig und schlichtweg der beste Hund den man sich wünschen kann. Areesha wird immer mein Hund bleiben.


Icon fürs Schreibdatum Mittwoch, 31. 5. 2006
 

bisherige Kommentare:

stefan schrieb am Samstag, dem 3. 6. 2006:

Ich weiß, was für ein Loch ein Tier hinterlassen kann. Ich habe das bei meinem Kater erlebt. Ich wünsche dir alles Gute.

da_junk schrieb am Sonntag, dem 4. 6. 2006:

ja dann hat sie wohl ab jetzt mehr vom tod

julian schrieb am Sonntag, dem 4. 6. 2006:

Hey Steven,

ich weiß nicht, was ich einmal tuen werde, wenn mein Hund stirbt. Er ist der einzige Mensch (sic!), der mich wirklich versteht, ohne dass ich lästige Nachfragen ertragen muss.
Vielleicht ist der einzige Trost, den ich dann haben werde, dass es ihm dort, wo er jetzt ist, besser geht, als hier. Dass er nicht mehr leiden muss, wenn er gelitten hat. Und so weiter.

Es ist seltsam, aber wenn Haustiere von einem gehen, dann ist es genauso, als würde ein naher Verwandter sterben. Nur, dass man sich nicht traut, genauso intensiv darum zu trauern.

Ich hoffe, du traust dich.

Alles Liebe,

julian

t-PUNCK(t) schrieb am Sonntag, dem 11. 6. 2006:

Hallo Steven,
heute bin ich auf dein Tagebuch hier aufmerksam geworden. Einen so guten ersten Eindruck hatte ich schon lange nicht mehr.
Dein Beitrag über Areesha hat in mir auch wieder die Erinnerungen an meinen Abschied von ‘meiner’ Katze in den heutigen Tagesablauf gerufen. Sie musste ebenfalls eingeschläfert werden.
Damals: …ich sitze im Wartezimmer und streichele sie liebevoll. Jetzt liegt sie noch im Körbchen auf meinem Schoß und atmet langsam. Wie lange noch? - kann ich nicht genau sagen. Wie lange schon? - meine gesamte Jugendzeit hindurch war nur sie da, wenn ich zarte und verständnisvolle Berührungen gebraucht habe.
Bald werde ich aufgerufen, und muss ins Behandlungszimmer… In meiner Phantasie laufe ich über zehn mal aus diesem lugubren Wartezimmer! Sie wird wieder gesund! Es ist nicht hoffnungslos!! - Doch ich bleibe sitzen und sehe in die Runde der wartenden Tierbesitzer.
Erinnerungen durchlaufen meinen Kopf —
Irgendwann rollt die erste Träne über meine Wange. Dann die zweite… ihr folgt die dritte… Ich beuge mich über sie und sehe, wie meine Tränen neben ihr in der Decke versinken. Ich versuche tapfer zu sein und sie zu beruhigen. Doch sie ist ganz ruhig, obwohl sie sicherlich weis, was geschehen wird.
Der einzige, der nicht ruhig ist, dass bin ich. Ich fange an, im Wartezimmer zu heulen. Mit meinen kräftigen Armen umfasse ich den Korb, bis er ächtzt - doch ich vermag nicht das Leben darin festzuhalten… Sie kann mich jetzt nicht mehr trösten, weil ich jetzt um sie selbst weine.
Ich sehe umher: Sehe in verständnislose Gesichter. Nun werde ich aufgerufen und verlasse den Raum, in dem kein Platz mehr für mich ist.
Als die Nadel ihr Fell durchstößt, verhallt in mir ein innerer Schrei einer Stimme, die nie wieder zu mir gesprochen hat.

Das was mir von meinen verstorbenen Freunden und auch ‘meiner’ Katze bleibt, sind die Erinnerungen an eine Freundschaft und die gegenseitige Liebe, die mit dieser Freundschaft verbunden gewesen ist. Diese Liebe hat es wirklich gegeben und niemand kann sie jemals wieder ungeschehen machen. Ein kleiner Trost in einer Welt, in der so vieles vergänglich ist.

t-PUNCK(t)

Janine schrieb am Dienstag, dem 23. 1. 2007:

Hallo. Ich habe gestern auch die schmerzliche Erfahrung gemacht…mein Hund hatte Wasser in der Lunge. Gestern war es soweit..mit letzter Kraft kam er ins Bad..ich nahm ihn hoch, erkuschelte sich an mir..ich habe mich auf das Sofa gesetzt..er gab mir ein letztes küsschen…er jaulte 2x ganz dolle..lies locker und pullerte ..und schlief dann ein… es tut sehr weh…

Steven schrieb am Sonntag, dem 28. 1. 2007:

Hallo Janine,

es tut mir sehr Leid was mit deinem Hund passiert ist. Wirklich. Ich weiss noch ganz genau wie es war als Aressha auf einmal nicht mehr da war. Von einem Moment auf den anderen. Ich kann da leider auch nicht allzu viel sagen, ausser dass Du ihn in Erinnerung halten solltest was er war. Dein Hund.

Dein Hund der dich geliebt hat, und den Du geliebt hast. So wird er niemals sterben. Ich wünsche Dir alles gute,

Steven

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