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Moskau ist nur ein Vorgeschmack

Geschrieben von Mattes in der Rubrik „Augenblick

Der gewaltsame Vorfall in Moskau gegen Schwule und Lesben ist wohl ein Vorgeschmack auf ein Ereignis in wenigen Tagen. Ein friedliches Miteinander ist auch bei der am 10. Juni in Warschau geplanten „Gleichheitsparade“, dem diesjährigen Christopher Street Day in Polen, nicht zu erwarten.

Die Durchführung des CSD wurde in den zurückliegenden zwei Jahren schon vom damaligen Bürgermeister Warschaus und heutigen Staatspräsidenten Lech Kaczynski verboten. Trotz dieser unrühmlichen Tradition der Intoleranz ist es dennoch überraschend, dass in unserem demokratischen Nachbarstaat ein Klima des Hasses und der Hetze gegen Homosexuelle anscheinend zum politischen Ton gehört.

Indirekter Aufruf zur Gewalt beim Warschauer CSD

So wettert der stellvertretende Parteichef der rechtsgerichteten Regierungspartei LPR, Wojciech Wierzejski, über die Abartigkeit von Homosexualität und ruft indirekt zur Gewalt gegen die Demonstranten auf. Im Übrigen ist Wierzejski auch Abgeordneter im Europäischen Parlament. Dass Politiker anderer europäischer Länder den CSD mit ihrer Anwesenheit unterstützen wollen, stört dabei wenig. Es seien ohnehin „keine ernsthaften Politiker, sondern nur Schwule“.

Der polnische Bildungsminister Roman Giertych verbietet unterdessen schwulen Organisationen, Schulen zu betreten und dort „Propaganda“ zu betreiben. Es soll ihnen zudem nicht gestattet sein, Vorträge an den Schulen zu halten. Unterdessen protestieren Schüler, Lehrer und Prominente auf Kundgebungen gegen Giertych und dessen weltfremde Ansichten.

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Icon fürs Schreibdatum Samstag, 27. 5. 2006
 

bisherige Kommentare:

Bernd schrieb am Samstag, dem 27. 5. 2006:

…das besonders Schlimme ist, dass es selbst mitten in der EU passiert. Es wird höchste Zeit, dass Europa endlich einmal aufwacht und eventuell auch die Konsequenzen aus den Vorfällen zieht - wie im Fall Österreich vor ein paar Jahren (Stichwort Jörg Haider).

RoK schrieb am Dienstag, dem 30. 5. 2006:

Tja, in Russland ist die Welt noch in Ordnung!

1. Die Demo war nicht von Behörden genehmigt
2. Die Russen haben ein Recht, Schwule nicht zu dulden.
3. ein Ausländer hat in Russland weniger Wert, als ein einheimischer Penner.
Da kann ja jeder kommen und irgendetwas verlangen…
4. Die Polizeit hat den Auftrag, das Volk zu schützen. Das haben sie auch getan.
Der grüne *piep* gehört ja nicht dazu ;)
5. Naja, Menschenrechte gibt es auch in Russland, aber nur für Menschen.

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