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X-Men: Der wirklich letzte Widerstand?

Geschrieben von Julian in der Rubrik „Wunder Bar, Filme

Wie verfilmt man eine sehr bekannte Comic-Reihe? Manch Kenner der Kino-Szene wĂĽrde vielleicht sagen: Am besten ĂĽberhaupt nicht. Dennoch haben sich Fox und Marvel schon vor einigen Jahren daran gewagt, die weltbekannten X-Men-Comics fĂĽr das Kino zu adaptieren. Jetzt kommt der dritte und letzte Teil der Trilogie in die Kinos, “Der letzte Widerstand”.

Die ersten beiden X-Men-Filme waren bei Actionfans und Comic-Freunden gleichermaßen beliebt, schaffte es Regisseur Bryan Singer doch, das Action-, Charakter- und Farbenfeuerwerk der beliebten Marvel-Comics auf die Leinwand zu bringen. Für die Filme konnten namhafte Schauspieler wie Halle Berry (als Storm), Patrick Stewart (Professor X), Sir Ian McKellen (Magneto) oder Hugh Jackman (Wolverine) gewonnen werden. Zusammen spielten die beiden ersten Teile mehr als 700 Millionen Dollar ein, was einen dritten Teil fast zwangsläufig werden ließ.

Erfolgsregisseur Bryan Singer lehnte es allerdings ab, auch den dritten Teil in Szene zu setzte, weil er sich der Arbeit dem nächsten Teil der „Superman“-Saga widmen wollte. Nachdem der kurzerhand als Nachfolger verpflichtete Matthew Vaughn neun Wochen vor Drehbeginn wegen künstlerischer Differenzen das Handtuch warf, war urplötzlich der bis dahin eher unbekannte Brett Ratner der neue Mann für den Regiestuhl.

xmen33Alle Stars der ersten Filme sind wieder mit dabei, was den Machern des Filmes eine logistische Meisterleistung abtrotzte, waren doch alle Schauspieler auch für andere Produktionen verpflichtet und daher nicht eben mit überdurchschnittlich viel Zeit für die X-Men gesegnet. Zu bisherigen Stars gesellen sich nun unter anderem „Frasier“-Star Kelsey Grammer (als „Beast“) und „Six Feet Under“-Darsteller Ben Foster (als „Angel“).

Im dritten Abenteuer sehen sich alle X-Men mit einem Gegner konfrontiert, der so bisher noch nicht da gewesen ist: Industriemogul Warren Worthington II – der Vater von „Angel“, der die Andersartigkeit seines Sohnes nicht verwinden kann - hat ein Serum erfunden, das in der Lage ist, das X-Gen so zu blockieren, dass die Mutanten ihre Fähigkeiten sofort verlieren und als ganz normale Menschen weiterleben können. Professor Xavier und Beast, der im Kabniett des US-Präsidenten für Mutantefragen zuständig ist, versuchen, die Wogen zu glätten und möchten jedem Mutanten selbst überlassen, ob er das Serum einnimmt, oder nicht. Magneto und seine Gefolgsleute sehen das ganz anders, sie möchten das Serum vernichten und die Mutanten zur Weltherrschaft führen. Als dann die im zweiten Teil getötete Jean Grey als grundböser und allmächtiger Dark Phoenix von den Toten aufersteht, beginnt für die X-Men ein Wettlauf gegen die Zeit.

Die Moral von der Geschicht…

Natürlich kann niemand von Actionfilmen nicht erwarten, dass sie auch inhaltlich neue Maßstäbe setzen. Von ihnen erwartet man krachende Effekte und harte Kampfhandlungen. Beides bietet X-Men 3 – der letzter Widerstand zur Genüge, ja, er übertrifft seine Vorgänger um Längen, wie es sich für den Abschluss einer Actiontriloge eigentlich auch gehört. Allerdings gelingt es dem ansonsten eher platten Drehbuch, dem Actionspektakel zumindest so etwas ähnliches wie eine Moral mit auf den Weg zu geben, indem man die Mutanten vor die Wahl stellt, sich und ihr Anderssein mit aller Macht zu verteidigen oder sich der große Masse der konformistischen Menschen anzuschließen, die zumindest im X-Men Universum nicht mehr sind, als graue Statisten.

xmen34xmen35Damit wäre “X-Men 3: Der letzte Widerstand” eigentlich der erste richtige X-Men-Film: bunt, schrill, cool – und doch immer emotional und hochpolitisch. Man könnte den Film also als rundum gelungen bezeichnen, hätte sich Regisseur Rattner sich nicht schlicht an den Charakteren verhoben. NatĂĽrlich gehört es zu den Charakteristika der X-Men, das sie viele verschiedene Figuren zu einem Team vereinen; Viele der neuen Charaktere bleiben allerdings trotz der Möglichkeiten, die aus der Story herauszuholen gewesen wären, blass (Juggernaut), ästhtisches und emotionales Beiwerk (Angel) oder fĂĽr die Handlung verzichtbare FĂĽllmasse (Callisto, Iceman). Der Film hätte gewonnen, wäre mehr aus diesen Figuren gemacht worden. Denn obwohl diese Figuren in ihrer Handlung auf wenige Sätze oder gar Handgriffe beschränkt bleiben, muss dem Zuschauer dennoch zwanghaft die Lebens- und Leidensgeschichte auch dieses Superhelden erzählt werden, was die Geschichte an manchen Stellen emotional arg strapaziert.

Der dritte Teil der Serie ist düsterer, brutaler und härter als seine Vorgänger und scheint seinen Titel durchaus wörtlich zu nehmen. Bereits in der ersten Hälfte des Filmes muss sich das Publikum von zwei Hauptcharakteren der Serie verabschieden und auch das Ende legt nahe, dass man mindestens zwei weitere Helden der Reihe nicht wiedersehen wird. Der Hollywood-typische Versuch, sich ob des enormen Blockbuster-Potenzials das Türchen für einen vierten Teil möglichst weit offen zu lassen, wirkt allerdings angesichts der Geschichte des dritten Teils maßlos übertrieben. In diesem Sinne: Film angucken und unbedingt bis zum Ende des Abspanns sitzen bleiben.

OT: X-Men 3 – The Last Stand, USA 2006, Regie: Brett Rattner Darsteller: Halle Berry, Hugh Jackmann, Patrick Stewart, Ian McKellen, Famke Janssen, Kelsey Grammer, Vinnie Jones, Rebecca Romijn, Shawn Ashmore, James Marsden, Aaron Stanford, Anna Paquin Länge: 107 Min, Kinostart: 25.05.2006

Weitere Infos zu “X-Men 3: Der letzte Widerstand” findest Du auf der offiziellen Webseite zum Film.

Alle Bilder im Artikel © 2006 Twentieth Century Fox

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Icon fürs Schreibdatum Montag, 22. 5. 2006
 

bisherige Kommentare:

marv schrieb am Montag, dem 29. 5. 2006:

ah, mist, ich bin nicht bis zum ende des abspanns dringeblieben. was ist noch passiert?

julian schrieb am Montag, dem 5. 6. 2006:

tjaaaa….*g*

J schrieb am Donnerstag, dem 8. 6. 2006:

ich persönlich mochte den film nicht so wirklich, viel zu kurz
und vorallem stand wolverine wieder viel zu sehr im vordergrund…
zwar fand ich die idee toll viele neue charaktere mitreinzubringen, aber die meisten kamen viel zu kurz…z.B. Psylocke oder Colossus… und Juggernaut war viel zu nett

ich hoffe ja dass es noch einen Film geben wird…aber dann bitte wieder Bryan Singer, der dann hoffentlich Gambit mit in Film miteinbringt ^^

Suji schrieb am Freitag, dem 12. 1. 2007:

am ende wir charles xavier neu geboren leute cool wa, so steht es zumindest in wikipedia.de

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