Geschrieben von Henning in der Rubrik „Wunder Bar, Filme”
An alle Gutmenschen und Weltverbesserer: Zieht Euch warm an! Die Welt hat einen neuen Schurken und mit ihm sollte man sich nun wirklich nicht anlegen. Sein Name: Owen Davian. Sein Beruf: Zwischenhändler für Terrorstaaten und Massenmörder. Sein Gegner: Ethan Hunt. Und der sieht gegen den Bösewicht ganz schön alt aus.
Um es vorweg zu nehmen: Der dritte Teil der „Mission: Impossible“-Reihe ist der Beste von allen. Er übertrifft seine beiden Vorgänger sowohl in der Story, der Emotionalität und vor allem bei der Auswahl der Darsteller.
Bevor die berühmte Titelmelodie erklingt und dazu das Streichholz angezündet wird, sieht man MIF-Agent Ethan Hunt (Cruise) angekettet auf einem Stuhl sitzen. Ihm gegenüber sitzt seine Frau Julia. Daneben Owen Davian. Er zählt runter: „Zehn, neun, acht – bei null stirb deine Frau.“ Davian hat alle Strippen in der Hand, er will von Hunt die Hasenpfote, eine tödliche Biowaffe, haben, andernfalls erschießt er Julia. Doch der Spezialagent ist der Meinung, ihm besagte Ware schon längst gegeben zu haben. Und so kommt, was kommen muss. Ein Schuss, ein Schrei. Verwirrung.

Der Einstieg steht symbolisch für den ganzen Film. „M:i:III“ ist brutaler, aber auch realistischer. Er ist spannender, aber auch romantischer. Er ist abwechslungsreich in der Handlung, kühl in der Optik. Neben den Schauspielern und spektakulären Stunts also alles Zutaten, die einen Blockbuster ausmachen. Der Film hat das Zeug zum Hit.
Abwechslungsreich in der Handlung, kühl in der Optik
Ein wichtiger Grund liegt sicher in der Auswahl des Regisseurs. Paramount Pictures hat sich den Schöpfer von „Lost“ und „Alias – Die Agentin“ geschnappt und ließ ihn daneben auch als Koautor agieren. J.J. Abrams brachte gleich ein ganzes Team – vom Cutter bis zum Komponisten –mit, das sich bei den genannten Projekten schon hervorragend bewährt hat.
Die Story ist schnell erzählt. Ethan Hunt ist aus dem aktiven Dienst ausgetreten und freut sich über das glückliche Leben mit seiner hübschen Julia (Monaghan). Aber sein Chef, John Brassel (Fishburne), will ihn wieder zurückholen. Der ehemalige Top-Agent soll eine Kollegin retten, die tragischerweise Hunts erste, eigens ausgebildete Rekrutin ist. Lindsey Farris (Russell), wird in Berlin gefangen gehalten. Die Befreiung ist für den IMF-Spezialisten kein Problem. Ein junges und dynamisches Team, angeführt von Luther Stickell (Rhames) hilft ihm bei dem Auftrag. Die Gruppe komplettieren neben dem ehemaligen asiatischen Topmodel Maggie Q als Zhen auch Jungstar und Hollywood-Beau Jonathan Rhys Meyers als Declan.

Kurz nach dem Berlin-Einsatz bietet sich die Gelegenheit den internationalen Top-Dealer Owen Davian zu schnappen. Und das ausgerechnet bei einem Empfang im Vatikan. Davian schiebt alles hin und her: Waffen, Informationen, Menschen. Nordkorea lieferte er Teile für das Atomprogramm, den Palästinensern Waffen für ihren Kampf gegen Israel. Hunt und sein Team versuchen ihn mit ausgefeilten Tricks zu fassen. Das Zusehen macht hier richtig Freude. Man sieht das Know-How vom A-Team und MacGyver, aber die Eleganz von James Bond – perfekt! Aberr die vermeintlich einfache Gefangennahme Davians entpuppt sich nach kurzer Zeit als harte Probe für Ethan und sein Team. Möglich sogar, dass hohe Stellen im Geheimdienst mit den Bösen paktierten.
Einer stiehlt Tom Cruise die Show
„Mission: Impossible III“ hat einen überraschenden Star. Nicht Tom Cruise sticht hervor. Er spielt solide, wie man es von ihm kennt. Philip Seymour Hoffmann ist es, den man sich merken wird. Für seine Darstellung in „Capote“ hat er dieses Jahr schon seinen Oscar bekommen. Gäbe es eine Auszeichnung für den besten Schurken 2006, er würde unangefochten auf dem ersten Platz liegen. Egal wie viele Monate das Jahr noch hat. Hoffmann spielt Owen Davian so Angst einflößend, clever und geheimnisvoll, dass man gebannt auf die Leinwand starrt. Er ist ein Psychopath und sorgt für umso mehr Mitgefühl für Ethan Hunt, umso düsterer, hinterhältiger und fieser er selbst ist. Für Hoffmann ist es der erste Actionfilm seiner Filmkarriere. 1999 haben er und J.J. Abrams schon einmal in „Magnolia“ zusammengearbeitet. Auch das ist ein Grund, warum er so schnell für die Rolle zugesagt hat.
Der Zuschauer wird im dritten Abenteuer auf eine Weltreise geschickt, von den USA über Europa bis nach Asien. Doch passen die Orte gut in die Geschichte und wirken nicht wie ein Blättern durch einen exotischen Reisekatalog. Bei all dem Lob soll nicht vergessen sein, dass es sich nach wie vor um einen Actionfilm handelt. Aber um einen besonders Sehenswerten, da er die Erwartungen, die durch die beiden ersten Teile eher niedrig waren, deutlich übertrifft.
OT: M:i:III, USA 2006, Regie: J.J. Abrams, Darsteller: Tom Cruise, Philip Seymour Hoffmann, Ving Rhames, Michelle Monaghan, Laurence Fishburne, Jonathan Rhys-Meyers, Billy Crudup, Länge: 135 Min, FSK: ab 12 Jahren, Kinostart: 04.05.2006
Fotos im Artikel: (C) 2006 Paramount Pictures. All Rights Reserved.
Weitere Infos zu “Mission: Impossible III” findest Du auf der offiziellen Webseite zum Film.
Den Trailer zum Film gibts hier:
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bisherige Kommentare:
maeusle91 schrieb am Sonntag, dem 7. 5. 2006:
ich war au in dem film un der is echt hammer geil.. ^^
Linda schrieb am Montag, dem 8. 5. 2006:
Mission Impossible, Mr. Cruise. Davian is the cooler guy!
Hier hat Philip Seymour Hoffman eindeutig Tom Cruise die Show gestohlen. Spitzen Bösewicht! Aber der rest des Films ist auch klasse! ;)
indigo schrieb am Samstag, dem 27. 5. 2006:
Wirklich ein stimmiger und fesselnder Film, man merkt ihm die über 2 Stunden länge überhaupt nicht an!