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Kuraufenthalt in Silent Hill

Geschrieben von Henning in der Rubrik „Wunder Bar

Ein Videospiel als Film auf die Leinwand zu bringen ist eine Herausforderung. Bernd Eichingers „Resident Evil“-Reihe hat gezeigt, dass es Fans honorieren, wenn man sich mit der Umsetzung MĂŒhe gibt. FĂŒr manch einen ist es einfach nur Schrott, fĂŒr andere der absolute Höhepunkt: Das eigene Lieblingsspiel endlich im Kino zu sehen.

Genau wie Spiele haben die Produktionen auch immer etwas Abenteuerliches. Es ist finanziell gesehen nicht ungefĂ€hrlich populĂ€re Games zu adaptieren. Schließlich macht die Fangemeinde nicht den Großteil des Kinopublikums aus. Und kaum jemand schaut sich einen Streifen drei Mal an, nur weil ihm das Game so gut gefĂ€llt.

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“Resident Evil” war ein Überraschungserfolg. Die ersten zwei Zombie-Filme mit Milla Jovovich in der Hauptrolle liefen besser als erwartet. So entschiedt Produzent Eichinger dann auch, einen dritten Teil in Auftrag zu geben, der im FrĂŒhsommer dieses Jahres gedreht werden soll. Bei “Tomb-Raider” mit Angelina Jolie verhĂ€lt es sich Ă€hnlich. Nur ist hier noch nicht unterschriftsreif, was viele Fans gerne hören möchten: Einen Vertrag ĂŒber einen dritten Teil. Doch solche Experimente können auch gehörig schief gehen: „Doom“ soff an den Kinokassen ab, auch „Mortal Combat“ und „Streetfighter“ waren mehr unfreiwillige Lachnummern denn wirkliches Kino.

Der japanische Hersteller Konami hat mittlerweile vier Ausgaben vom Ego-Shooter „Silent Hill“ auf den Computerspielmarkt gebracht. Es geht im Grunde darum, durch dĂŒstere Welten zu laufen, RĂ€tsel zu lösen und nebenbei ein paar Monster abzuknallen, die hinter TĂŒren, Fenstern oder SchrĂ€nken hervorspringen. Teil eins des Spiels, ist dann auch die Vorlage fĂŒr den Film. Nur mit dem Unterschied, dass hier eine Frau die Hauptrolle ĂŒbernommen hat und nicht, wie am PC, ein Mann.

Rose da Silva (Mitchell) und ihr Ehemann Christopher (Bean) haben Angst um ihre kleine Tochter. Sharon (Ferland) wird von unheimlichen TrĂ€umen geplagt und murmelt in ihren Visionen immer etwas von einer Stadt namens Silent Hill. Und da Mutter und Vater uneins darĂŒber sind, wie man das Kind behandeln soll, greift sich Rose einfach irgendwann ihr Kind und fĂ€hrt auf eigene Faust zu dieser puritanischen Stadt, in der vor Jahrzehnten ein Feuer nahezu alles zerstört hat.

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Doch die Anreise gestaltet sich alles andere als einfach. Nicht nur, dass Silent Hill mitten im Nirgendwo liegt, nein: WĂ€hrend Rose - gehetzt von einer misstrauischen Polizeibeamtin - flĂŒchtet, ĂŒberfĂ€hrt sie beinahe auch noch ein kleines MĂ€dchen. NatĂŒrlich reißt sie das Lenkrad herum und baut einen Unfall. Als Rose aufwacht findet sie sich vor dem Ortseingang von Silent Hill wieder. Allein. Sharon ist weg. Und so muss sie sich auf die Suche nach ihrem Kind machen, das sie doch eigentlich durch diesen ganz speziellen Kuraufenthalt von ihrer Schlafwandlerei heilen wollte. Problematisch nur, dass Rose erst mal weit und breit nur eine alte Irre trifft und die Polizistin, Cybill Bennett (Holden), die spĂ€ter ihre VerbĂŒndete wird, kein Wort ihrer Story glaubt. Doch da schauen schon die Monster um die Ecke.

Unfriedlich unter dem Aschregen

Regisseur Christophe Gans hat mit seinem Werk „Pakt der Wölfe“ einen mystischen Film geschaffen, der viele Genres berĂŒhrt. Ihm gelingt es, eine Ă€hnliche AtmosphĂ€re in „Silent Hill“ aufleben zu lassen. So friedlich die Stadt unter dem Ascheregen, der wie Schnee daher kommt, auch wirkt, so undurchsichtig und bedrohlich ist sie, wenn die Dunkelheit ĂŒber sie hereinbricht. Was dann allerdings geschieht passt nicht mehr so ganz zum vorherigen Eindruck. Das Böse, was wie ein Großteil des Films im Computer generiert wurde, sieht aus als sei es aus dem Spiel direkt auf die Leinwand kopiert worden. Brennende Babys und Figuren ohne Gliedmaßen und Kopf, dafĂŒr aber eine graue, Ă€tzende Masse spuckend, mögen am PC funktionieren, auf der Leinwand wirken sie wie Klone direkt aus dem PC. Der Durchschnittszuschauer wird sich dann auch nicht wegen der Optik der Monster gruseln, sondern wegen der AtmosphĂ€re und der grandiosen Soundeffekte. Die machen einem wirklich Angst.

silent hill2Die Leitmotive der Geschichte, nĂ€mlich Glaube und Verfolgung, aber auch die Mutterliebe, kommen in den knapp zwei Filmstunden dennoch ganz gut rĂŒber. Der Sprung zwischen den Parallelwelten, in denen sich die Story abspielt, ist fĂŒr den Zuschauer ein wenig verwirrend, aber offenbar haben es die Macher darauf angelegt, nicht immer alles zu erklĂ€ren. Das brutale Finale des Films (immerhin wird hier ein Mensch bei lebendigem Leibe verbrannt) reißt den Film aus der Horrorecke hin zu einer mystischere Ebene.

„Silent Hill“ ist optisch in vielen Bereichen ein Leckerbissen und es gibt gehörig etwas auf die Ohren. Aber die Story scheitert daran, dass sie versucht, sehr komplex zu sein und dabei den Zuschauer auf halber Strecke verliert. Schade eigentlich, aber sicher wird es eine Fortsetzung geben: Teil fĂŒnf des Games ist immerhin schon in Arbeit.

OT: Silent Hill, USA 2006, Regie: Christophe Gans, Darsteller: Radha Mitchell, Sean Bean, Laurie Holden, Deborah Karen Unger, Kim Coates, Jodelle Ferland, Tanya Allen, LĂ€nge: 127 Min, FSK: ab 16 Jahren, Kinostart: 11.05.2006

Weitere Infos zu “Silent Hill” findest Du auf der offiziellen Webseite zum Film.

Alle Bilder im Artikel: (C) 2006 Concorde Filmverleih GmbH

Den Trailer zum Film findest Du hier:


Icon fürs Schreibdatum Dienstag, 9. 5. 2006
 

bisherige Kommentare:

manuel schrieb am Mittwoch, dem 17. 5. 2006:

ein echter Scheißfilm - nicht sehenswert. außerdem sollte der Film ab 18 sein - er ist zu grausam.

Timo schrieb am Donnerstag, dem 29. 6. 2006:

“Silent Hill” ist kein ego-schooter sondern ein survival-horror

Timo schrieb am Donnerstag, dem 29. 6. 2006:

ich fand ihn gut gibt schlechtere videospiel verfilmungen

Saddler schrieb am Freitag, dem 22. 2. 2008:

hab die blue-ray und die colectors edit der DVD (auf der bd sind keine boni)
war zwei mal im kino!
unterm strich kann man sagen das ich ihn recht gut fand…
leider soll sich der 2. teil NICHT am 2. teil des spieles orientieren(der in meinen augen der beste war!
-sondern wird angeblich zusammengeschustert a’la hollywood (KOTZ) - siehe T3…!

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