Geschrieben von Steven in der Rubrik „Stevens Tagebuch”
Jedes Jahr der gleiche Mist. Kurz vor meinem anfallenden Geburtstag verfalle ich zusehends in völlig belanglose Depressionen, die mir jedes Jahr den Geburtstag versauen. Dieses Jahr ist es mir nicht ganz so bewusst geworden, da ich in den Tagen zuvor so viel zu Lernen hatte und Klausurstress hatte. Mir war einen Tag vor meinem Geburtstag nicht mal richtig bewusst dass ich bald Geburtstag habe. Und gestern wollte ich eigentlich mit meiner Mitbewohnerin Sara feiern das wir die Klausuren so gut bewältigt haben. Plötzlich war ich dann schlecht drauf, was sich dann im Laufe des Abends gesteigert hat.
Bis ich dann irgendwann beschlossen habe um 10 Uhr ins Bett zu gehen. Hab mich dann ins Bett gelegt und wollte eigentlich schlafen, was nicht auf die Gegenliebe von Sara getroffen ist, die selbstverständlich ziemlich enttäuscht von meiner blöden Aktion war. Das ganze hat sich dann so zugespitzt das ich um 0 Uhr nicht ans Handy gegangen bin. Auch die folgenden Anrufe habe ich nicht beantwortet und die SMS habe ich nicht gelesen bis heute Nachmittag um 16 Uhr. Den ganzen Tag schon rufen Leute an, deren Gespräche ich nicht annehme. Hat was von einer Neurose, oder? Kristina hat mir sogar einen Papageienkuchen gebacken, den sie gerne vorbei bringen möchte, auch wenn sie morgen eine wichtige Klausur schreibt. Aber ich kann nicht.
Eigene Geburtstage haben für mich etwas Krankes, Angsteinflössendes. Vor allem runde Geburtstage. An meinem 10. Geburtstag habe ich 7 oder 8 meiner Freunde eingeladen, hatte alles dekoriert, Kuchen gebacken, Salate gemacht, Spiele vorbereitet. Und nicht einer ist gekommen. Sie hatten alle ihren Grund, und haben sich auch entschuldigt dafür, aber ich war zu Tode getrübt. Das hat mich wohl damals gebrandmarkt. Mein 20. Geburtstag war genauso schlimm. Diesmal lag es aber nicht daran das niemand kam, sondern an schlechtem Timing der Anrufenden. Denn alle, bis auf ein oder zwei haben erst am späten Nachmittag gratuliert, was dann dazu führte das ich die 15 bis 16 Stunden davor die Hölle durchschritt, da ich dachte sie würden es alle vergessen.
Geburtstage sind auch Paradebeispiele dafür das dieser Tag doch eigentlich vollkommen überflüssig ist. Auch wenn diese Milchmädchenrechnung nicht aufgeht, denn auf fremde Geburtstage gehe ich ja gerne. Es ist immer Schade wenn sich wichtige Personen nicht melden. Aber es ist kein Weltuntergang. Bin nicht stolz darauf, aber ich habe dort ein Elefantengedächtnis. Ich bin leider selber ein ganz schlimmer Geburtstags- vergesser. Ich hoffe dieser Tag geht schnell vorüber. Sara fährt gleich zurück nach Hamm für ein paar Wochen, und dann bin ich erst einmal alleine. Ich denke Ruhe brauche ich jetzt auch. Nichts gegen Sara, sie ist ein Engel, aber ich denke ich bin zurzeit niemandem zumutbar.
“Ich hoffe du verstehst das jetzt nicht falsch, aber du bist die Kloschüssel meines Lebens. Ich kotz dich voll, und hoffe dass du nicht überquillst.”-Kristof am Telefon