Geschrieben von Steven in der Rubrik „Stevens Tagebuch”
Ja, da liegt sie wohl. Die Zukunft. Was sie wohl für mich bereit hält? Gutes. Schlechtes. Unerwartetes. Hoffnungsvolles. Nun, das werde ich wohl bald herausfinden. Heute habe ich einen Zulassungsbescheid für meinen absoluten Traumstudiengang bekommen. Eigentlich sollte ich vor Freude in der Luft umherschwirren und Freudentänze im Garten aufführen. Aber diese Euphorie wird durch die Tatsache getrübt das ich meinen zukünftigen Mitbewohner damit verliere, da der Studiengang nicht in Köln ist, sondern in Duisburg.
Dabei habe ich mir so viel davon erhofft. So viele zukünftige Ideen gehabt. Das wäre meine erste „wirkliche“ WG gewesen. Sicher, wer mich kennt weiß das ich in einer WG-ähnlichen Konstellation gelebt habe, aber das ist dennoch etwas anderes. Weil ich mir diesmal meinen Mitbewohner selbst ausgesucht habe. Weil ich ihn sehr cool finde. Weil ich ihn mag. Und weil ich mir ein gutes Zusammenleben und eine sehr gute Freundschaft davon erhofft habe. So etwas macht mich traurig, wenn man weiß das eine Sache funktionieren könnte, es aber durch Dinge die nicht in meiner Macht stehen, verhindert werden.
Dennoch freue ich mich natürlich darüber dass mir die Chance gegeben wird meinen Weg zu gehen. Den Weg den ich schon nicht mehr für möglich gehalten habe. Den Weg der so oft durch Dinge oder Hürden verbaut wurde, und den ich mir immer und immer wieder von neuem freikämpfen musste. Jetzt bin ich mit mir im Reinen. Ab jetzt kann ich zeigen was wirklich in mir steckt. Ich weiß dass sich das vermutlich jeder am Anfang seines Studiums sagt, und dass diese Motivation spätestens nach dem ersten Semester im Boden versiegen wird. Aber ich will länger durchhalten und mein Bestes geben. Nicht um anderen zu imponieren, sondern um es mir zu beweisen dass ich „wirklich“ mehr kann als ich vermute. Gar nicht so einfach. Aber ich werde die Herausforderung annehmen.
Ich weiß momentan nicht ob ich noch mal die Kraft habe mir eine WG zu suchen. Die Wohnungssuche bei WGs ist immer sehr kraftzehrend, wie ich finde. Bei normalen Mietwohnungen ist es ganz einfach. Man bezahlt seine Miete, seine Kaution und man kann einziehen, fertig. Bei WGs muss man sich auf die Personen einlassen können, muss abwägen ob man mit ihnen zurechtkommt, ob sie einem was geben können zwischenmenschlich und dann abwägen ob es für eine WG reicht oder man doch besser in eine Singlewohnung zieht. Würde mir aber dennoch wünschen wenn ich irgendwann wieder den Mut fasse und mir eine WG suche. Ich möchte diese Erfahrung auf jeden Fall noch einmal in meinem Leben machen.