SeiDu.Blog

Abenteuer Zamonien

Geschrieben von janek in der Rubrik „Wunder Bar

Manche glauben leichte Lektüre zu lesen wäre nicht gut genug. Man meint es sei zu trivial für einen gebildeten Kopf und biete zu wenig Informationen. Doch meist sind es solche Bücher, die eine beeindruckende Welt der Phantasie entstehen lassen und uns auf eine Reise mitnehmen, die uns vom Schmunzeln, über das Nachdenken bis hin zum lauten Lachkrampf führt und unser Herz für einen Moment erwärmt.

Man bezeichnet solche Bücher oft als “Nonsense Literatur”, was abwertend klingt, aber vielen Werken nicht gerecht wird. Auch “Fantasie” umfasst als Gattungsbezeichnung lange nicht alle dieser Werke. Die Rede ist von Büchern wie “Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär” von Walter Moers oder “Per Anhalter durch die Galaxis” von Douglas Adams (wird später vorgestellt).

Wer kennt nicht Käpt’n Blaubär aus der Fernsehserie, mit Hein Blöd und den drei Kinnings? Es sind die Geschichten, die von einigen als Seemannsgarn abgetan werden und von den anderen in guter Erinnerung behalten werden, da sie den alten Blaubären so liebenswert machen. Doch kaum einer weiß wie alles begann, als der Käpt’n als kleiner Bär einsam in einer Nussschale über das Meer getrieben wurde und nur langsam begann, sich in der geheimnisvollen Welt Zamonien zurecht zu finden. Die Reise beginnt, als der kleine Seebär, nachdem die riesige Moloch an ihm vorbeifuhr, die Tratschwellen ertragen muss, die ihn dusselig reden wollen.

Doch er freundet sich mit ihnen an und erfährt eine ganze Menge über das Meer und die anderen Wellen. Nach dem er auch Bekanntschaft mit dem Tyrannowalfisch Rex machte, wird er in den gewaltigen Malmstrom gerissen, von dem er bisher absolut keine Ahnung hatte und seine Überlebenschancen eigentlich völlig aussichtslos sind. Doch er wird gerettet, von den Zwergpiraten, die so klein und flink sind, dass sie die einzigen Kreaturen sind, die dem Malmstrom entkommen können. Sie retten unseren Helden, da auch er noch so winzig ist und somit als ein Mitglied ihrer Gruppe akzeptiert wird. Doch bald wächst er den Zwergpiraten über den Kopf, die sich übrigens rührend um ihn kümmern, und somit setzen sie ihn, nachdem er alle Piratenkünste und -lieder gelernt hat, auf einer Insel aus.

Noch nie die Dunkelheit gesehen

Der Blaubär hat noch nie in seinem Leben Dunkelheit erlebt, da die Zwergpiraten die Dunkelheit fürchten und nachts immer strahlend erhellte Feste feiern. Doch nun war er allein. Einsam in der Dunkelheit der Wälder und alleingelassen mit den Klabautergeistern, vor denen sich die Piraten so fürchteten. Doch als die Klabautergeister, die sich von Angst ernähren, das Heulen des einsamen Seebären hören, sind sie so entzückt, dass sie ihn mit in ihr Lager nehmen, wo sie ihn versorgen, um allabendlich das traurige Geheul des kleinen Bären zu genießen.

Doch auch hier bleibt er nicht ewig und landet schließlich als Koordinator auf dem Rücken eines fast blinden Pterodaktylus Salvatus, der kurz vor dem Ruhestand steht. Diese Lebensretter schreiten immer in allerletzter Sekunde ein, wenn ein Lebewesen in Gefahr ist und so erlebt der Käpt’n die brenzligsten Situationen, wie zum Beispiel eine Begegnung mit dem Bollog, um schließlich in die Nachtschule von Professor Doktor Abdul Nachtigaller aufgenommen zu werden, was nur wenigen vorbehalten ist. Aber da der Professor dem Pterodaktylus Salvatus noch einen Gefallen schuldet, und dieser seinen Helfer gut unterbringen will, erhält der Blaubär Zugang zu den Höhlen. Hier lernt er alles, was er für sein späteres Leben brauchen wird. Und was in diesem alles passiert, wirst du erfahren, wenn du dir das Buch zur Hand nimmst und beginnst es zu lesen. Die 702 Seiten vergehen wie im Flug und werden für 10 Euro nahezu verschenkt.

Walter Moers hat es geschafft eine eigene Welt zu kreieren, ähnlich wie es J.R.R. Tolkien tat (in “Briefe an den Weihnachtsmann” oder eben dem mittlerweile jedem bekannten “Herr der Ringe“). Das Buch ist amüsant und doch regt es auch stellenweise zum Nachdenken an. Selbst die FAZ hat “Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär” in den höchsten Tönen gelobt. Wer nicht genug bekommen kann, dem sei noch gesagt, dass Walter Moers noch eine Unmenge weiterer Bücher über Zamonien und Käpt’n Blaubär geschrieben hat und die Seite www.zamonien.de einen guten Einblick in diese Welt bietet. Außerdem stammt auch “Das kleine Arschloch” aus der Feder Walter Moers’.

Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär gibt es bei Amazon.de zum Verkauf. Mit dem Kauf kannst du die Arbeit von SeiDu unterstützen.


Icon fürs Schreibdatum Dienstag, 14. 3. 2006
 

Ein Kommentar:

Eli schrieb am Sonntag, dem 30. 4. 2006:

Hey.

Das finde ich jetzt mal lustig, dass sich jemand für diesen Buch einsetzt. Walter Moers gehört zu meinen Lieblingsautoren und der blaue Band mit der Geschichte des Käpt’n Blaubär drin ist schon ganz zerknittert vom vielen Lesen. Aber ich hab schon längst aufgegeben irgendjemanden davon überzeugen zu wollen, dass das kein anspruchsloses Bilderbuch, sondern ein wirklich netter Roman ist.
“Nonsense Literatur”? Nur her damit, wenn es Spaß macht darin zu lesen!

Eli

Einen Kommentar schreiben

* = diese Angaben werden benötigt